Die Aufnahme von Flüchtlingen ist für Bündnis 90/Die Grünen eine Frage der Menschlichkeit. Nach Zahlen der Vereinten Nationen waren bis Ende 2012 45,2 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Menschen, die aus diesen Krisenregionen unserer Erde kommen, flüchten aufgrund von Lebensgefahr für sich und ihrer Angehörigen. Sie haben keine andere Wahl als Schutz in einem anderen Land zu suchen. Diese Menschen haben Fürchterliches erlebt und sind meistens traumatisiert. Darum brauchen sie unsere Hilfe, denn sie sind Menschen wie du und ich.
In den kommenden Wochen plant das Landesamtes für Gesundheit und Soziales Berlin die Unterbringung von etwa 200 Flüchtlingen im Gebäude des ehemaligen Max-Reinhardt Gymnasiums in Hellersdorf. Wir rufen daher alle EinwohnerInnen von Hellersdorf auf, Solidarität und Mitgefühl mit den Flüchtlingen zu zeigen. Mit Bestürzung haben wir am Dienstag die EinwohnerInnenversammlung zur Information über die geplante Unterkunft für Flüchtlinge in Hellersdorf erlebt. Nachdem bereits im Vorfeld eine Bürgerinitiative versucht hat mit einem Flugblatt gezielt Ängste und rechtsextreme Meinungen zu verbreiten, ist es nicht gelungen einen sachlicher Dialog zu führen. Unzufriedenheit über die soziale und infrastrukturelle Entwicklung des Kiezes führten bei vielen AnwohnerInnen zu einer ablehnenden Haltung gegenüber dem Flüchtlingsheim.
Für Bündnis 90/Die Grünen ist klar, dass sowohl die weitere Entwicklung des Kiezes in Hellersdorf als auch die Unterstützung der Flüchtlinge zentrale Aufgaben von Politik und Gesellschaft in den kommenden Monaten sind. Wir werden uns aktiv in die weitere Entwicklung einbringen und den Umbau des ehemaligen Max-Reinhardt Gymnasiums begleiten. Unser Ziel ist dabei eine menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge sicherzustellen und ein friedliches und solidarisches Zusammenleben von Flüchtlingen und AnwohnerInnen auch in Hellersdorf zu unterstützen. Bezirksamt und Senat sind dabei in der Verantwortung Informationen sehr offensiv zu verbreiten und damit Ängsten und Sorgen entgegen zu treten.
Als Konsequenz aus der EinwohnerInnenversammlung und den menschenverachtenden Äußerungen einiger Teilnehmerinnen werden wir uns im Dialog mit den anderen demokratischen Parteien dafür einsetzen, die Anstrengungen für unsere Demokratie und gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz zu verstärken. Mit der Kommunalanalyse “Rechtsextremismus und demokratiegefährdende Phänomene in Berlin-Marzahn-Hellersdorf und Möglichkeiten der demokratischen Intervention” liegt den politisch Verantwortlichen bereits seit 2003 eine umfangreiche Handlungsempfehlung vor. Darin heißt es unter anderem:
“Hier muss kritisiert werden, dass es trotz intensiver Bemühungen von zivilgesellschaftlicher Seite und umfangreicher Zuarbeit der genannten Fachinstitutionen (MBT/Netzwerkstelle) noch immer kein bezirkliches Konzept zur Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus im Bezirk gibt.”
Bündnis 90/Die Grünen werden dafür eintreten die Erkenntnisse und Empfehlungen der Studie nochmals auf die Tagesordnung zu setzen und die notwendigen Konsequenzen daraus ziehen.


Verwandte Artikel
Wahlkampfmitarbeiter*in für die Berliner Wahlen 2026 gesucht!
Wir sind der Kreisverband der Partei Bündnis 90/Die Grünen in Marzahn-Hellersdorf. Im Bezirk setzen wir uns für eine ökologische,
soziale und weltoffene Politik ein. Diese Werte vertreten wir ebenfalls im Berliner Abgeordnetenhaus und der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf, die im September neugewählt werden. Um den Wahlkampf für diese Berliner Wahlen erfolgreich umsetzen zu können, suchen wir zum 1. Juni 2026 eine Wahlkampfmitarbeiter*in mit einer Arbeitszeit von 15 Wochenstunden, befristet bis zum 30. September 2026. weiterlesen »
Weiterlesen »
Pressemitteilung: Bündnis 90/Die Grünen Marzahn-Hellersdorf verurteilen den feigen Angriff auf das Kinder- und Jugendhaus Bolle
Am Freitag, den 24. April 2026, wurde das Kinder- und Jugendhaus Bolle am Hohensaatener Ring Ziel eines brutalen Angriffs: Mehrere maskierte Täter drangen in die Einrichtung ein und setzten Reizgas ein. Fünfzehn Menschen wurden verletzt. Die Polizei ermittelt zu den Hintergründen und den Verantwortlichen.
Das Kinder- und Jugendhaus Bolle ist ein zentraler Ort für die Kinder und Jugendlichen des Kiezes. Täglich werden dort rund 150 Minderjährige betreut.
Pascal Grothe, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in der BVV Marzahn-Hellersdorf, erklärt:
„Unsere Fraktion wird den Vorfall auf die Tagesordnung des nächsten Jugendhilfeausschusses setzen. Wir fordern eine umfassende Debatte über die aktuelle Situation der Jugendarbeit im Bezirk, die Sicherheitslage in Jugendeinrichtungen sowie über mögliche Konsequenzen für die Bezirkspolitik.“
Manuela Neubert, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen für die nächste BVV, betont:
„Die Jugendarbeit im Bezirk Marzahn-Hellersdorf steht vor großen Herausforderungen. Angesichts des jüngsten Vorfalls, der wachsenden Bedeutung von Jugendclubs als sichere Orte für Heranwachsende und der steigenden Kinderarmut in unserem Bezirk, fordern wir Bündnisgrüne:
weiterlesen »
Weiterlesen »
Gemeinsame Pressemitteilung der BVV Fraktionen B90/Die Grünen, SPD und Die Linke
Sonderausschuss zur Vereins-Affäre: Aufklärung zum SLHC e.V. und dem Gesundheitscampus am UKB Berlin e.V. steht erst am Anfang – die Erkenntnisse sind trotzdem schon jetzt brisant
Nach der Sondersitzung des Wirtschaftsausschusses zur Mitgliedschaft des Bezirksamts im Verein Smart Living & Health Center (SLHC) e.V. und dem Gesundhetscampus e.V. bleibt aus Sicht von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke ein erheblicher Aufklärungsbedarf bestehen. Durch Recherchen vom Tagesspiegel und Abgeordnetenwatch wurden fragwürdige Verflechtungen erst sichtbar gemacht haben.
weiterlesen »
Weiterlesen »