Vom 1. bis 3. Mai 2026 fand im Schlosspark Biesdorf wieder das Biesdorfer Blütenfest statt. Wir begrüßen die Weiterführung des Fests, für das wir uns seit Jahren in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einsetzen. Lokale Feste sind ein wichtiger Anker für die Nachbarschaft und dienen dem gesellschaftlichen Miteinander.
In diesem Jahr haben wir uns jedoch gegen die Teilnahme am Biesdorfer Blütenfest mit einem eigenen Stand entschieden. Der vom Bezirksamt beauftragte Veranstalter hat von politischen Parteien hohe Standgebühren verlangt. So hätte ein Stand auf dem Fest die Partei fast 1.000 EUR gekostet. Politische Parteien haben somit, anders als die anderen ehrenamtlichen oder nichtkommerziellen Organisationen, nicht kostenlos am Fest teilnehmen können, sondern mussten eine hohe Summe aufbringen.
Bereits im Jahr 2025 hatte derselbe Veranstalter diese hohen Standgebühren angesetzt, das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf konnte jedoch auf den Veranstalter einwirken und eine Ermäßigung für politische Parteien um 50 % erreichen. Der ursprüngliche Wunsch des Veranstalters war, keine Parteien zuzulassen. In diesem Jahr entfiel die Ermäßigung für Parteien. Der Veranstalter erklärte auf Nachfrage, dass Parteien im Rahmen des Wahlkampfs Werbung machen würden und deshalb unter die Kategorie „Promotion“ des Veranstalters fielen, nicht unter ehrenamtliche Organisationen. Für uns ist diese Erklärung nicht nachvollziehbar, weil Lokalpolitik vor allem im Ehrenamt funktioniert.
Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der BVV Marzahn-Hellersdorf möchte den Veranstalter nun in den Kulturausschuss einladen, um die Zwänge und Möglichkeiten besser zu verstehen und darauf zu reagieren. So kann gemeinsam mit den Verantwortlichen das Beste für die Menschen in der Nachbarschaft herausgeholt werden.
Manuela Neubert, unsere Spitzenkandidatin für die BVV Marzahn-Hellersdorf, erklärt:
„Wir bedauern sehr, dass wir wegen der hohen Standgebühren nicht am diesjährigen Biesdorfer Blütenfest teilnehmen konnten. Dabei erwarten wir keineswegs, dass politische Parteien zwingend kostenlos am Fest teilnehmen können müssen. Die Standgebühren sollten jedoch so gestaltet sein, dass nicht nur die finanzstarken Parteien im Bezirk sich eine Teilnahme leisten können. Wir sind überzeugt, dass Politik dort mit den Menschen ins Gespräch kommen muss, wo diese sich aufhalten. Nur so kann Politik wieder echte Nähe schaffen. Wir hoffen, dass das Bezirksamt für das kommende Jahr dazulernt. Bis dahin bleiben wir für die Menschen im Bezirk auf zahlreichen anderen Festen und an Ständen ansprechbar.“
Pascal Grothe, unser Direktkandidat für das Berliner Abgeordnetenhaus in Biesdorf, ergänzt:
„Das Biesdorfer Blütenfest ist ein wichtiger Termin, an dem die Nachbarschaft zusammenkommt und die vielfältigen Stände und Angebote nutzen kann. Es ist nicht leicht, solch ein Fest wirtschaftlich zu betreiben, weshalb wir dem Veranstalter dankbar sind. Gleichzeitig hätte das Fest aber auch deutlich mehr Potenzial, gerade wenn wir sehen, dass viele Stände leer geblieben sind, oder Eltern uns schreiben, dass sie aus Kostengründen lieber auf einen Spielplatz gegangen sind. Das Biesdorfer Blütenfest soll ein Fest für alle sein, bezahlbar und mit einem größeren kulturellen Angebot. Dafür nehmen wir das Bezirksamt in die Pflicht.“



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