Am heutigen Aktionstag wird am Rathaus Hellersdorf wieder die Fahne “Nein zu Gewalt an Frauen” gehisst. Anlass ist die alarmierende Zunahme tödlicher Gewalt: Allein in diesem Jahr wurden in Berlin bereits mindestens fünf Frauen ermordet – oft durch (Ex-)Partner oder Bekannte. Marzahn-Hellersdorf darf kein Ort sein, an dem Gewalt gegen Frauen hingenommen wird.
“Jede Frau hat das Recht auf ein Leben in Sicherheit – ohne Angst, ohne Kontrolle, ohne Gewalt.“ erklärt unsere Bündnisgrüne Fraktionsvorsitzende Chantal Münster. „Wir brauchen eine Gesellschaft, die Mädchen von Anfang an stärkt, statt sie in Unterordnung zu erziehen. Femizide sind vermeidbar – wenn wir endlich handeln.”
Daher haben wir zur letzten Bezirksverordnetenversammlung (BVV) am 20. November eine Resolution vorgeschlagen, die Femizide als Ausdruck struktureller Gewalt gegen Frauen verurteilt und konkrete Maßnahmen zu deren Bekämpfung fordert. Wir freuen uns, dass die anderen demokratischen Fraktionen unseren Vorschlag unterstützt haben und mit dem Beschluss der Gewalt etwas entgegensetzen wollen.
Die Resolution fordert unter anderem:
- Konsequente strafrechtliche Verfolgung von Gewalttaten gegen Frauen, einschließlich einer kritischen Prüfung justizieller Praxis, die Täter oft milder bestraft als Opfer schützt.
- Ausbau und dauerhafte Finanzierung von Schutz- und Beratungsangeboten in Marzahn-Hellersdorf, insbesondere für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen.
- Verbindliche Präventionsarbeit in Schulen, Sozialarbeit und Öffentlichkeitskampagnen, um geschlechtsspezifische Gewalt frühzeitig zu thematisieren.
- Sensibilisierung von Institutionen wie Polizei, Justiz und Gesundheitswesen im Umgang mit Betroffenen.
- Politische Initiativen auf Landes- und Bundesebene, um Femizide als eigenes Straftatbestand anzuerkennen und strukturelle Ursachen zu bekämpfen.
Die BVV betont in ihrer Resolution, dass Femizide „keine tragischen Einzelfälle, sondern das tödliche Ende eines gesellschaftlichen Kontinuums von Gewalt und Abwertung von Frauen“ darstellen.
Chantal Münster, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Marzahn-Hellersdorf, ergänzt hierzu: „Jeden zweiten Tag wird in Deutschland eine Frau getötet – meist von Männern, die ihren Besitzanspruch mit Gewalt durchsetzen. Diese Zahlen sind kein Zufall, sondern Folge einer Kultur, die Frauen systematisch entrechtet, von Kindesbeinen an in Rollenbilder presst und ihre Selbstbestimmung infrage stellt. Femizide sind die Spitze des Eisbergs.“



Verwandte Artikel
Wir verurteilen zerstörte Wahlplakate und Angriffe in Marzahn-Hellersdorf
Wir verzeichnen wenige Wochen vor den Berliner Wahlen zahlreiche Zerstörungen an unseren Wahlplakaten. Erste Zerstörungen wurden bereits kurz nach dem Plakatierstart am 2. August 2026 dokumentiert. Insgesamt haben wir über 2.000 Wahlplakate bestellt, auch in dem Wissen, dass es zu Beschädigungen kommen kann. weiterlesen »
Weiterlesen »
Mutmaßlicher Brandanschlag auf die Geflüchtetenunterkunft in der Albert-Kuntz-Straße
In der vergangenen Nacht bemerkte ein Bewohner der Unterkunft in der Albert-Kuntz-Straße Flammen an der Fassade. Das Feuer konnte durch den Sicherheitsdienst gelöscht werden. Der Staatsschutz übernimmt die Ermittlungen zu der Tat. Bisher sieht es so aus, als sei ein brennender Gegenstand gegen die Hausfassade geworfen worden. Glücklicherweise sind keine Personen zu Schaden gekommen. weiterlesen »
Weiterlesen »
Erfolg für mehr Verkehrssicherheit: die BVV beschließt grüne Anträge zur Pilgramer Straße
Ein wichtiger Baustein ist die Einrichtung eines Fußgängerüberwegs auf der Pilgramer Straße in Höhe des Porta-Möbelmarktes und der Straße Am Theodorpark. Der neue Zebrastreifen soll das sichere Queren der Straße erleichtern und insbesondere den vielen Menschen zugutekommen, die hier täglich zu Fuß unterwegs sind.
weiterlesen »
Weiterlesen »