
Silke Gebel
Sprecherin für Umweltpolitik
Foto: Grüne Fraktion Berlin
Die Sammlung von Altglas liegt in Berlin nicht in der Verantwortung des Landes Berlins, sondern bei dem privatwirtschaftlichen Dualen System Deutschland. Auf Druck des Dualen Systems hatte der Senat zugelassen, dass die seit Jahrzehnten etablierte Berliner Glas-Haustonnen-Sammlung zurückgedrängt wurde. Begründet wurde dies mit der schlechten Glasqualität, die mit den Hinterhoftonnen erreicht wurde. Eine Anfrage von mir hat ergeben, dass die Vereinbarung des Dualen Systems mit dem Land Berlin für die drei Bezirke noch bis Ende 2016 gilt, bald beginnen die Verhandlungen wie es ab 2017 bei diesem Thema weitergeht. Es ist also wichtig aus den Bezirken Druck für die Haussammlung zu machen.
Für uns Grüne ist klar: wir wollen zurück zum altbewährten Berliner Modell der Hinterhoftonnen.
Wir haben per Abgeordnetenhausbeschluss durchgesetzt, dass es Untersuchungen zu den Ergebnissen des Hoftonnenabzugs gab. Diese haben klar gezeigt, dass die Sammelmenge in Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf stark zurückgegangen ist. In den Iglus wird etwa 20% weniger Altglas gesammelt als in den Hinterhoftonne, zudem ist die mindere Altglasqualität dem mehrfachen Umladen und Verpressen des Glases in den Sammelfahrzeugen geschuldet.
Übergeordnetes Ziel muss es sein, eine größere Menge an Altglas zu sammeln. Denn Altglas ist gegenüber Neuglas wesentlich klimafreundlicher. Jeder Einzelne, der sein Altglas trennt, leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Mehr als 90 Prozent der BerlinerInnen sehen das genauso. Das muss von Politik und Entsorgungsunternehmen honoriert und genutzt werden. Die Bürger sind die ersten Dienstleister beim Mülltrennen. Es darf keine Rücksicht auf die Belange des Dualen Systems genommen werden, die durch die Umstellung auf Iglus lediglich ihre Kosten minimiert haben, um finanzielle Lücken durch die generelle Schieflage des Systems auszugleichen. Wir brauchen einen Senat, der die Interessen der Verbraucherinnen und Verbraucher ausreichend gegenüber Industrieinteressen vertritt und darauf achtet, dass ein Höchstmaß an ökologischer Effektivität hergestellt wird.
Als umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus werde ich mich dafür einsetzen, dass das Berliner Modell der Hinterhoftonne in den drei Bezirken Marzahn-Hellersdorf, Treptow-Köpenick und Lichtenberg wieder eingeführt wird.



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