Zur Debatte, aufgrund der wirtschaftlichen Einbußen durch die Corona-Pandemie mehr verkaufsoffene Sonntage zuzulassen, erklärt Julia Scharf, Sprecherin des Kreisverbandes Marzahn-Hellersdorf:
Die Pandemie hat große wirtschaftliche Verwerfungen verursacht. Das betrifft auch den Einzelhandel. So waren und sind unzählige Geschäfte in Marzahn-Hellersdorf ebenso davon betroffen. Wochen lange Schließungen waren erforderlich. Die verkaufsoffenen Sonntage mussten entfallen. Daher wird der Vorschlag, monatlich einen verkaufsoffenen Sonntag einzurichten, um dem Handel auf die Sprünge zu helfen, diskutiert.
Wir Bündnisgrüne sehen das kritisch. Wir halten die Sonntagsruhe grundsätzlich für schutzbedürftig. Ein geregelter Wochenrhythmus mit Ruhezeiten ist unabdingbar für unsere Gesundheit und notwendig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wir brauchen Zeit für Erholung, Freizeit für unser Familienleben und zur Pflege unserer Sozialkontakte. Dieser Grundsatz schlägt sich im Arbeitsrecht nieder. Wir sprechen uns dagegen aus, arbeitsrechtliche und sozialpolitische Errungenschaften durch die Hintertür aufzuweichen. Besonders Alleinerziehende würden so mit der Betreuung ihrer Kinder vor Schwierigkeiten gestellt.
Ebenso sind die ökologischen Folgen nicht von der Hand zu weisen. Durch vielleicht unnötige Fahrtwege würde CO2-Ausstoß verursacht. Eine reine Konsumorientierung, die nicht der erforderlichen Versorgung der Bevölkerung dient, lehnen wir grundsätzlich ab. Zudem halten wir angesichts der steigenden Infektionszahlen und der befürchteten zweiten Welle künstlich provozierte Kundenströme für kontraproduktiv, der Pandemie Einhalt zu gebieten.



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