Ein Mitglied unseres bündnisgrünen Kreisverbandes schreibt:
Am 24. Februar 1920 wurde das Grundsatzprogramm der NSDAP, bestehend aus 25 Punkten, veröffentlicht. Dieses Programm beschäftigte sich u. a. mit Jüdinnen und Juden. Es forderte die Ausbürgerung und die Diskriminierung der Jüdinnen und Juden, eine sofortige Ausweisung aus Deutschland derer, die nach dem 2. August 1914 eingewandert waren, und enthielt weitere Forderungen. Jedoch stand in diesem Programm keine Forderung, Jüdinnen und Juden zu töten. Selbstverständlich hatten die Nazis dieses Ziel, was in Beratungen der Parteispitze, durch Geschrei in Naziparteikneipen und Erwähnungen in Buch „Mein Kampf“ sowie anderen nazistischen Büchern, Flugblättern und Zeitungen deutlich wurde. Aber im Grundsatzprogramm fand sich die Forderung nicht, da das bei einer legalen Partei im demokratischen Deutschland nicht zulässig gewesen wäre.
Das Verlangen nach einer Vertreibung von Millionen Migrant*innen und politischer Gegner*innen fehlt im Grundsatzprogramm der AfD. Die Parteigrößen bemühten sich krampfhaft, um ihren abscheulichen großen Traum nicht auszusprechen. Aber der Traum bestand in ihren Köpfen.
Auf einem geheimen Treffen in einer Villa bei Potsdam trafen sich kürzlich Funktionär*innen der AfD, Mitglieder der Werteunion, Identitäre u. a. Es wurde besprochen, was in die Parteiprogramme im demokratischen Deutschland nicht aufgenommen werden durfte – eben diese Forderung. Für diese Verwirklichung braucht es nur eine Kleinigkeit – die Machtergreifung durch die AfD und ein Ermächtigungsgesetz, welches unsere liberale Demokratie außer Kraft setzt.
Ich habe ein Foto gesehen: Heinrich Himmler und seine Schergen stehen auf einem KZ-Gelände vor einem Galgen, auf dem ein Paragraphenzeichen aus Karton hängt. Sogar Reste der Gesetzlichkeit sollten hier verschwinden. Verachtende Haltung zu Gesetzen gibt es bei Rechten auch heute. Wir haben viele Verstöße gegen das Gesetz seitens Teilnehmer*innen ihrer Demos gesehen. Es gibt Angriffe auf Journalist*innen, Geflüchtete und Polizist*innen. Es wurde versucht in das Reichtagsgebäude einzudringen. Man muss den Wölfen im Schafpelz nicht glauben. Ich kann mich erinnern, als eine AfD-Bundestagsabgeordnete über die Christlichkeit sprach. Jetzt sitzt diese Reichsbürgerin in Untersuchungshaft, weil sie unter Verdacht steht, einen Putsch vorbereitet zu haben.
Kurt Schumacher hat im Jahre 1932 gesagt, dass Nazis versuchen in Menschen den „Sauhund“ zu erwecken. Die AfD bleibt dieser nazistischen Linie treu. Auch sie versucht Intoleranz gegenüber Andersdenkenden sowie Nationalismus und Fremdenhass zu erwecken. Die Shoah und andere Verbrechen von Hitlers Naziregime sind für Bundestagsabgeordnete der AfD nur ein Vogelschiss in der deutschen Geschichte.
Die Demokratie steckt in einer schwierigen Zeit. Putin hat in einem Interview gesagt, dass die Zeit des Liberalismus vorbei sei. In der internationalen Arena hat er militärische Kraft über internationales Recht gesetzt. Neue Diktaturen entstehen. Millionen Menschen flüchten und suchen Schutz im Ausland. Der Krieg in Europa bringt wirtschaftliche Schwierigkeiten, was die AfD für ihren Kampf gegen die Demokratie ausnutzt.
Die Enthüllung des journalistischen Recherchekollektivs Correctiv hat nicht nur politisch aktive Demokrat*innen mobilisiert. Viele sonst politikferne Menschen sind empört und gingen auf die Straße. Für zahlreiche Menschen mit bisheriger Sympathie für die AfD ist jetzt klar geworden, dass diese Partei eine rechtsextreme Partei ist.
Ich selbst konnte mitansehen, wie viele Menschen gegen die rechte Gefahr auftreten. In Deutschland gibt es sehr viele sogenannte gemischte Ehen. Ich selbst habe eine Schwiegertochter ohne Migrationsgeschichte. Unser Volk besteht sowohl aus Menschen, die hier geboren sind, als auch Migrant*innen. Wir geben den Extremist*innen keine Möglichkeit uns nach rassistischen oder ethnischen Merkmalen in Reine und Unreine zu verteilen. Menschlichkeit überwindet den faschistischen Ungeist. Die Shoah darf sich niemals wiederholen.


Verwandte Artikel
Wir suchen zwei Social-Media-Mitarbeiter*innen (Minijobs) für den Berliner Wahlkampf 2026!
Wir sind der Kreisverband der Partei Bündnis 90/Die Grünen in Marzahn-Hellersdorf. Im Bezirk setzen wir uns für eine ökologische, soziale und weltoffene Politik ein. Diese Werte vertreten wir ebenfalls im Berliner Abgeordnetenhaus und der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn-Hellersdorf, die im September beide neugewählt werden.
Um im Wahlkampf für diese Berliner Wahlen erfolgreich nach außen kommunizieren zu können, suchen wir zum 1. Juli 2026 zwei Social-Media-Mitarbeiter*innen mit einer Arbeitszeit von je 8 Wochenstunden, befristet bis zum 30. September 2026. Eine Mitarbeiter*in arbeitet mit Schwerpunkt auf den Videoschnitt und eine Mitarbeiter*in mit Schwerpunkt auf den Videodreh. weiterlesen »
Weiterlesen »
Renaturierungsmaßnahmen am Kienberpark in Gefahr
Gemeinsame Pressemitteilung von Manuela Neubert Spitzenkandidatin für die BVV Marzahn-Hellersdorf und Pascal Grothe Fraktionsvorsitzender der BVV-Fraktion – Bündnis 90/Die Grünen
SKANDAL: Für Olympia soll gerade renaturierter Kienbergpark wieder zerstört werden
Der Senat hat erst begonnen, den Kienbergpark mit über 13.000 neu gepflanzten Gehölzen ökologisch aufzuwerten – jetzt soll für eine olympische Mountainbike-Strecke genau dieser Wald wieder plattgemacht werden. Das ist nicht nur ein ökologischer Irrsinn, sondern macht das Berliner Ökokonto als Instrument nachhaltiger Stadtentwicklung zur Farce. Wir fordern den Senat auf, diese Pläne sofort zu stoppen.
weiterlesen »
Weiterlesen »
Wir trauern um unser langjähriges Mitglied Ernst-Gottfried
Wie wir soeben erfuhren, ist unser langjähriges Mitglied Ernst-Gottfried Buntrock am Samstag, den 9. Mai, kurz vor Vollendung seines 92. Lebensjahres gestorben. weiterlesen »
Weiterlesen »