Zu den Ergebnissen der vom Bezirksamt beauftragten Machbarkeitsstudien für die Auswahl eines geeigneten Freibad-Standortes in Marzahn-Hellersdorf, erklären die Mitglieder der „AG Freibad“ der BVV Klaus Mätz (SPD), Nickel von Neumann (Bündnis 90/Die Grünen) und Bjoern Tielebein (DIE LINKE):
Seit vielen Jahren wird in Marzahn-Hellersdorf für ein eigenes Freibad gestritten. Bisher waren alle Versuche, eine geordnete Bademöglichkeit für den 260.000-Einwohner*innen-großen Bezirk zu schaffen, erfolglos. Dies lag u.a. daran, dass es keine gemeinsame Position unter den Parteien und Fraktionen für die Umsetzung dieses Ziels gab. Außerdem ging der Bezirk in der vergangenen Wahlperiode leer aus, als der damaligen Sportsenator Henkel (CDU) den Bau von vier Kombibädern verkündete, aber zunächst kein bisher genannter Standort in Marzahn-Hellersdorf lag. Als Begründung nannte dieser, dass er keinen Bedarf dafür am östlichen Stadtrand sähe.
In dieser Wahlperiode haben sich erstmals alle in der Bezirksverordnetenversammlung vertretenden Fraktionen zusammengeschlossen, um einen gemeinsamen Weg für ein Freibad auszuloten und zu beschreiten. Hierzu wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. Diese erarbeitete einen umfangreichen Arbeitsauftrag für das Bezirksamt. Kernpunkt darin war die Suche und Prüfung eines geeigneten Standortes. Insgesamt 20 Vorschläge wurden zusammengetragen. Nach einer ersten groben Prüfung kamen sieben Standortvorschläge in eine vertiefte Analyse. Das Bezirksamt beauftragte hierzu die Ausarbeitung entsprechender Machbarkeitsstudien. Die Ergebnisse wurden nunmehr offiziell der Arbeitsgruppe übergeben und der Öffentlichkeit vorgestellt (Link zum PDF).
Die durchgeführten Machbarkeitsstudien ergeben drei mögliche Standorte für den Bau eines Freibads: die Errichtung eines Badeschiffs im südlichen Bereich des Biesdorfer Baggersees mit dazugehöriger Infrastruktur, den Bau eines Freibads am Biesdorfer Friedhofsweg nördlich der B1/B5 sowie die Nutzung von Flächen des Jelena-Santic-Friedensparks in Hellersdorf für ein künftiges Freibad.In einem weiteren Schritt wird sich die AG Freibad zusammen mit dem Bezirksamt mit den Vor- und Nachteilen der drei Standorte befassen. Ziel ist es, der Bezirksverordnetenversammlung einen Vorschlag zu unterbreiten, welcher Standort als geeinte Position für die Errichtung eines Freibads gegenüber dem Senat vertreten werden soll.
Wir stellen fest: endlich ist es gelungen dem Ziel eines Freibads für Marzahn-Hellersdorf tatsächlich näher zu kommen. Nun kommt es darauf an, einen der drei Standorte zu favorisieren und gemeinsam gegenüber dem Senat und den Berliner Bäderbetrieben für den Bau des Freibads zu kämpfen. Die hervorragende Zusammenarbeit zwischen BVV und dem Bezirksamt, hierbei insbesondere dem zuständigen Bezirksstadtrat Gordon Lemm, hat sich bewährt. Auch die Landesregierung hat bereits erste Unterstützung geliefert, die Machbarkeitsstudien wurden von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen finanziert.
Wir bedauern, dass sich die CDU offenbar von der gemeinsamen Arbeit der Arbeitsgruppe zurück gezogen hat. Anders ist es kaum zu verstehen, dass der Kreisvorsitzende der CDU Wuhletal am vergangenen Freitag der Veröffentlichung der Studienergebnisse vorgegriffen hat und eine eigene Initiative seiner Partei und BVV-Fraktion vorstellte. Hierbei wurde der nun anstehende Auswahlprozess übergangen und die gemeinsame Arbeit von Bezirksamt und BVV untergraben. Unter diesen Umständen ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit kaum denkbar. Wir fordern die CDU-Fraktion auf, sich der gemeinsamen Arbeit wieder anzuschließen und auf kontraproduktive Alleingänge zu verzichten.



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