Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt…
So heißt das Motto von Beate Buchwald. Das nimmt man ihr auch ab. Sie arbeitet seit vielen Jahren als Hebamme und ist Mutter von drei Kindern.
Ihr traut man keine Durchsetzungskraft zu, von Frauenpower spürt man zunächst kaum etwas, wenn man der eher zierlich wirkenden Person begegnet.
Doch sie hat bereits ein beachtliches Pensum an politischer Arbeit hinter sich. Alles fing vor 22 Jahren an. Am 8. Oktober 1989 nahm sie an der Demo an der Gethsemanekirche teil und entging der Verhaftung, weil sie auf dem Heimweg nach Marzahn nicht durch die Stargarder Straße lief. Sie bekam viele Flugblätter in die Hand gedrückt und ging zu einem der angekündigten Treffen. Sehr bald schon gehörte sie dann zum „Erweiterten Initiatorenkreis von „Demokratie Jetzt“. Sie baute mit einigen Anderen die Basisgruppe von Demokratie Jetzt im Bezirk Marzahn auf.. Das war damals nicht so einfach. Zunächst sprach sie Freunde und Bekannte an, dann kamen zunehmend Menschen von außen zu den Treffen.
Die Gruppe hatte ungefähr 10 regelmäßige Teilnehmer. Ob jemand vom „VEB Horch und Guck“ dabei war, überprüfte man nicht, denn die Ereignisse überstürzten sich damals. Sie erinnert sich:
„Es war sogar einer von der SED gekommen, der wirkliche Veränderungen im Land wollte.“
Aus Teilen der Bürgerbewegung wurde dann Bündnis 90 und 1993 Bündnis 90/Die Grünen. Auf diesem Weg kam Beate Buchwald auch 1990 in die Bezirksverordnetenversammlung (BVV).
Nach der Wende ließ das Interesse an Politik schnell nach und für die Kommunalpolitik interessierte und engagierte sich kaum noch jemand. Ihre Fraktionskollegin, Bernadette Kern, schildert sie: „Sie war immer dabei bei den Mühen der Ebene.“
Den Mühen der Ebene hat sich Beate Buchwald seitdem ununterbrochen in der Kommunalpolitik gestellt. Sie war Schriftführerin im Präsidium der Bezirksverordnetenversammlung Marzahn, immer Mitglied der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen . Beharrlich, kontinuierlich, kompetent, und absolut zuverlässig hat sie auf ihre sehr bescheidene und stille Art die Themenbereiche Gleichstellungs-, Migrations-, und Gesundheitspolitik im Bezirk vorangetrieben. Über den Beuzirk hinaus ist sie aktiv in der Initiative „18. März 1848“ die demokratischen Ansätze seit 1990 treu verfolgend. Insgesamt wird ihre ruhige und beständige Arbeit im Bezirk geschätzt. Sie hält Verbindung zu den verschiedenen Migrantenorganisationen und hat immer ein offenes Ohr für Probleme. Die 44 jährige wünscht sich und arbeitet daran, dass es für Frauen einfacher wird, Kinderwunsch und Arbeit zu vereinbaren und dass mehr Frauen in der Politik aktiv werden.
Jetzt tritt sie erneut für die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung an und hat sogar Direktwahlkreis 6 (Kaulsdorf Nord/Hellersdorf Süd) zur Wahl zum Abgeordnetenhaus übernommen.


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Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke kritisieren geheime „Wohnungsbau-Turbo“-Vorlage – wenige Wochen nach der Wahl und zugunsten eines Investors mit Verbindungen zur CDU
Ein neues Wohnquartier nebenan – und alle in der Nachbarschaft wissen vorher, wie es aussehen wird, ihre Einwände wurden geprüft, und die gewählten Bezirksverordneten haben mitentschieden. So sollte Stadtentwicklung in Marzahn-Hellersdorf laufen. An der Hiltrudstraße passiert gerade das Gegenteil.
Mit der Vorlage Nr. 1597/VI vom 7. Oktober 2026 will das CDU-geführte Bezirksamt dem Vorhaben des Projektentwicklers Laborgh auf der ehemaligen Kleingartenanlage zustimmen: 304 Wohnungen in elf Gebäuden mit vier bis fünf Geschossen und Tiefgarage. Erlaubt wären dort heute nur Einzel- und Doppelhäuser mit höchstens zwei Geschossen – das räumt die Vorlage selbst ein. Der Bebauungsplan, der das ändern soll, ist nicht fertig: Die zahlreichen Einwendungen aus der Nachbarschaft sind noch gar nicht ausgewertet. Mit dem sogenannten „Wohnungsbau-Turbo“, einer befristeten Sonderregel im Baugesetzbuch, möchte das Bezirksamt einfach an ihnen vorbei genehmigen.
Besonders brisant: Laut Beschlussentwurf soll die Vorlage der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nicht vorgelegt und nicht veröffentlicht werden. Auch ob Kita- und Schulplätze, Spielflächen und der Ausbau der Hiltrudstraße ausreichen, regelt laut Vorlage ein städtebaulicher Vertrag mit Laborgh vom September 2026, über den damit niemand öffentlich beraten kann. Und das wenige Wochen nach der Wahl vom 20. September, kurz bevor sich die neue BVV konstituiert und ein neues Bezirksamt wählt. Auf die Bitte, die Vorlage nicht zu beschließen, hat die CDU nicht geantwortet.
Hinzu kommt: Laborgh-Geschäftsführer Florian Lanz und der frühere CDU-Abgeordnete Christian Gräff sind laut öffentlich einsehbaren Unternehmensdaten geschäftlich verbunden. Die hastig beschlossene Vorlage seiner Kolleg/innen hat damit einen Beigeschmack. Zudem entsteht der Eindruck, dass die Situation im Übergangszeitraum zwischen neuer und alter BVV ausgenutzt wird.
Pascal Grothe (Bündnis 90/Die Grünen) betont: „Ich bin für neue Wohnungen in Biesdorf, und dass hier geförderte Wohnungen entstehen sollen, begrüße ich ausdrücklich. Aber wer über 300 Wohnungen mitten in eine Siedlung aus Einfamilienhäusern setzt, muss das offen tun – vor der Nachbarschaft und vor der BVV. Ein Bezirksamt, dessen Amtszeit nach der Wahl ausläuft, darf so eine Entscheidung nicht im Stillen treffen. Ich will wissen, was das Projekt für Verkehr, Kitas und Schulen in Biesdorf-Nord bedeutet, und ich will ein Quartier, das so wenig Boden wie möglich versiegelt und von der Nachbarschaft akzeptiert ist. Das klärt man in einem ordentlichen Verfahren, nicht mit einer Abkürzung.“
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Die Sondersitzung wird am kommenden Dienstag, den 20.10. öffentlich stattfinden.
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