Drs. 465/VI
Die BVV möge beschließen:
Das Bezirksamt wird ersucht, eine möglichst kurz gefasste und allgemeinverständliche Information zum Stand der Planungen und Vorbereitungen für die Erweiterung des Hubschrauber-Landeplatzes und den Bau eines Hangars bzw. Stationierung weiterer Hubschrauber sowie zu dem Umfang der Belastungen und Folgen, zu den Informations- oder Anlaufstellen für die Bürgerinnen und der Rolle und den Möglichkeiten des Bezirks öffentlich zu machen.
Begründung:
Wir werden immer wieder von Bürgerinnen zu dem o.g. Thema angesprochen.
Dabei zeigt sich, dass viele Fragen offen sind und große Verunsicherung und Unklarheit und vor allem große Verdrossenheit bezüglich demokratischer Transparenz und Beteiligung herrschen. Die Auslegung im Rathaus, die Diskussion im Ausschuss u.a. haben z.B. keine Antworten auf folgende Fragen gebracht:
– Wie ist der Stand der Genehmigungen, Entscheidungen, Planungen – was fehlt, was liegt
vor?
– Welche Rolle spielt der Bezirk in der Angelegenheit?
Möglichkeiten des Bezirksamtes, der BVV, der Bürgerinnen
– Welche anderen Standorte sind geprüft worden, wenn nicht, warum nicht?
– Ist eine tatsächliche Verbesserung der Notfallversorgung gegeben, wie wird sie begründet?
– Wird der hohe Prozentsatz von unnötigen Leerflügen bei dem in Berlin vorhandenen
Überangebot an Hubschraubern damit weiter gesteigert?
– Sind die gegenwärtigen Belastungen bereits höher als sie in der ursprünglichen Genehmigung zugestanden wurden? Wie wird damit umgegangen?
– Wie werden sie ansteigen?
– Um wie viele Hubschrauber und –flüge für welche Interessen und Betreiber wird es sich in Zukunft handeln? Zieht die Schließung von Tempelhof dann nicht weit mehr Belastungen nach sich (in Richtung Wohngebietsflugplatz)?
– Wer ist für die Schäden, den entsprechenden Ausgleich und Ersatz bzw. für Lärmschutz u.a. zuständig – Ansprechpartnerin für die Betroffenen, Verantwortlichkeiten, rechtliche Haftbarkeit?
– Wer ist wofür zuständig, verantwortlich und Ansprechpartnerin?
– Welche präventiven Maßnahmen werden z.Z. geplant und vorgenommen , in welcher Verantwortlichkeit?
– Wie ist die in der letzten Zeit enorm gesteigerte, festgestellte Anzahl und Belastung der Hubschrauber-Flüge zu erklären, welche Hubschrauber …?
Dieser Situation der Desinformation und sehr unklarer Informationsmöglichkeiten sollte schnellstens begegnet werden. Transparenz ist die erste Voraussetzung für Demokratie, für Bürgerbeteiligung, dafür, dass Bürgerinnen sich aktiv und konstruktuv in die Politik vor Ort einbringen können.
Begründung der Dringlichkeit:
Das Ausmaß der Verärgerung und der Erbitterung über die fehlenden Antworten und fehlende Klarheit im gesamten Verfahren bei den Bürgerinnen ist uns erst spät klar geworden.
Ebenso das Ausmaß der ungeklärten Fragen.
Wir stehen vor der BVV-Sommerpause, die allerdings keine Pause für das Bezirksamt darstellt.
Wir sehen dringenden Handlungsbedarf zu dem Thema seitens der Bezirkspolitik, wo es nicht angebracht wäre, ein Vierteljahr weiter zu warten und die Beunruhigung und die Unklarheiten ansteigen zu lassen.


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Hiltrudstraße: Bezirksamt will Großprojekt hinter verschlossenen Türen durchwinken
Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke kritisieren geheime „Wohnungsbau-Turbo“-Vorlage – wenige Wochen nach der Wahl und zugunsten eines Investors mit Verbindungen zur CDU
Ein neues Wohnquartier nebenan – und alle in der Nachbarschaft wissen vorher, wie es aussehen wird, ihre Einwände wurden geprüft, und die gewählten Bezirksverordneten haben mitentschieden. So sollte Stadtentwicklung in Marzahn-Hellersdorf laufen. An der Hiltrudstraße passiert gerade das Gegenteil.
Mit der Vorlage Nr. 1597/VI vom 7. Oktober 2026 will das CDU-geführte Bezirksamt dem Vorhaben des Projektentwicklers Laborgh auf der ehemaligen Kleingartenanlage zustimmen: 304 Wohnungen in elf Gebäuden mit vier bis fünf Geschossen und Tiefgarage. Erlaubt wären dort heute nur Einzel- und Doppelhäuser mit höchstens zwei Geschossen – das räumt die Vorlage selbst ein. Der Bebauungsplan, der das ändern soll, ist nicht fertig: Die zahlreichen Einwendungen aus der Nachbarschaft sind noch gar nicht ausgewertet. Mit dem sogenannten „Wohnungsbau-Turbo“, einer befristeten Sonderregel im Baugesetzbuch, möchte das Bezirksamt einfach an ihnen vorbei genehmigen.
Besonders brisant: Laut Beschlussentwurf soll die Vorlage der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nicht vorgelegt und nicht veröffentlicht werden. Auch ob Kita- und Schulplätze, Spielflächen und der Ausbau der Hiltrudstraße ausreichen, regelt laut Vorlage ein städtebaulicher Vertrag mit Laborgh vom September 2026, über den damit niemand öffentlich beraten kann. Und das wenige Wochen nach der Wahl vom 20. September, kurz bevor sich die neue BVV konstituiert und ein neues Bezirksamt wählt. Auf die Bitte, die Vorlage nicht zu beschließen, hat die CDU nicht geantwortet.
Hinzu kommt: Laborgh-Geschäftsführer Florian Lanz und der frühere CDU-Abgeordnete Christian Gräff sind laut öffentlich einsehbaren Unternehmensdaten geschäftlich verbunden. Die hastig beschlossene Vorlage seiner Kolleg/innen hat damit einen Beigeschmack. Zudem entsteht der Eindruck, dass die Situation im Übergangszeitraum zwischen neuer und alter BVV ausgenutzt wird.
Pascal Grothe (Bündnis 90/Die Grünen) betont: „Ich bin für neue Wohnungen in Biesdorf, und dass hier geförderte Wohnungen entstehen sollen, begrüße ich ausdrücklich. Aber wer über 300 Wohnungen mitten in eine Siedlung aus Einfamilienhäusern setzt, muss das offen tun – vor der Nachbarschaft und vor der BVV. Ein Bezirksamt, dessen Amtszeit nach der Wahl ausläuft, darf so eine Entscheidung nicht im Stillen treffen. Ich will wissen, was das Projekt für Verkehr, Kitas und Schulen in Biesdorf-Nord bedeutet, und ich will ein Quartier, das so wenig Boden wie möglich versiegelt und von der Nachbarschaft akzeptiert ist. Das klärt man in einem ordentlichen Verfahren, nicht mit einer Abkürzung.“
Björn Thielebein (Die Linke) ergänzt: „Wie brauchen auch in Biesdorf bezahlbare Mietwohnungen, bestenfalls in öffentlicher Hand. Es darf nicht sein, dass kurz vor Ende der Wahlperiode hinter verschlossenen Türen Tatsachen geschaffen werden. Die CDU tut mit ihrer Hinterzimmerpolitik nur dem Investor einen Gefallen, nicht aber den Mieterinnen und Mietern in dieser Stadt. Denn solche Projekte müssen im Einvernehmen mit und nicht gegen die Nachbarschaft entstehen. Wir haben eine Sondersitzung der BVV einberufen, um diesen Prozess zu stoppen. Die Anliegen der Menschen vor Ort müssen ernst genommen werden, statt sie durch administrative Tricks zu übergehen.“
Die Sondersitzung wird am kommenden Dienstag, den 20.10. öffentlich stattfinden.
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