Unser Antrag für eine Bank gegen Gewalt an Frauen wurde umgesetzt! In Hellersdorf wurden in Zusammenarbeit mit dem Frauentreff Mathilde zwei solcher Bänke aufgestellt.
Eine steht am Hellersdorfer Graben bzw. am Ende des Regine-Hildebrandt-Parks am Kastanienboulevard. Eine weitere steht auf dem Alice-Salomon-Platz zwischen der Bäckerei Junge und dem Rathaus Hellersdorf und wird am 2. September um 11 Uhr offiziell eingeweiht. Sie tragen den Schriftzug „Hellersdorf sagt NEIN zu Gewalt“ sowie einen Hinweis auf das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“. Weitere Anlaufstellen und Hinweise sind in Form eines QR-Codes an der Bank angebracht.
Im November 2023 hatten wir vorgeschlagen, an einem hoch frequentiertem Ort im Bezirk, z.B. vor dem Rathaus Hellersdorf oder Marzahn, eine sogenannte „La Panchina Rossa“, eine Rote Bank aufzustellen.
Die Idee der „La Panchina Rossa“ stammt aus Italien. Mit ihr soll im öffentlichen Raum Aufmerksamkeit für das wichtige Thema der häuslichen Gewalt sowie Gewalt gegen Frauen und Mädchen generiert werden. Eine Ergänzung um entsprechende Hilfsangebote soll Betroffenen den barrierearmen Zugang im Stadtbild zu den Angeboten erleichtern.
Da sich bei uns in Berlin für den Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen die Farbe orange etabliert hat, wurde nun aus der roten Bank eine orangefarbene. Im Zuge der von den Vereinten Nationen initiierten „Orange the World-Kampagne“ wurde diese als Farbe festgelegt und symbolisiert dabei eine Zukunft ohne Gewalt gegen Frauen.
Chantal Münster, Fraktionsvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der bündnisgrünen Fraktion in der BVV Marzahn-Hellersdorf erklärt dazu: “Wir freuen uns, dass die Bekämpfung von Gewalt an Frauen und Mädchen bei uns im Bezirk vorangeht und mit der Aufstellung der beiden Bänke eine niedrigschwellige Sichtbarkeit im Stadtbild für das Thema geschaffen wird. Wir werden uns auch weiterhin für die Umsetzung des Internationalen Übereinkommens zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt – kurz Istanbul-Konvention –, das 2018 in Deutschland in Kraft getreten ist, einsetzen.”
Bei der Aufstellung der Bank baten wir darauf zu achten, dass hier keine Diskriminierung von obdachlosen Menschen passiert, indem es ihnen unmöglich gemacht wird, auf der Bank schlafen zu können.



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Hiltrudstraße: Bezirksamt will Großprojekt hinter verschlossenen Türen durchwinken
Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke kritisieren geheime „Wohnungsbau-Turbo“-Vorlage – wenige Wochen nach der Wahl und zugunsten eines Investors mit Verbindungen zur CDU
Ein neues Wohnquartier nebenan – und alle in der Nachbarschaft wissen vorher, wie es aussehen wird, ihre Einwände wurden geprüft, und die gewählten Bezirksverordneten haben mitentschieden. So sollte Stadtentwicklung in Marzahn-Hellersdorf laufen. An der Hiltrudstraße passiert gerade das Gegenteil.
Mit der Vorlage Nr. 1597/VI vom 7. Oktober 2026 will das CDU-geführte Bezirksamt dem Vorhaben des Projektentwicklers Laborgh auf der ehemaligen Kleingartenanlage zustimmen: 304 Wohnungen in elf Gebäuden mit vier bis fünf Geschossen und Tiefgarage. Erlaubt wären dort heute nur Einzel- und Doppelhäuser mit höchstens zwei Geschossen – das räumt die Vorlage selbst ein. Der Bebauungsplan, der das ändern soll, ist nicht fertig: Die zahlreichen Einwendungen aus der Nachbarschaft sind noch gar nicht ausgewertet. Mit dem sogenannten „Wohnungsbau-Turbo“, einer befristeten Sonderregel im Baugesetzbuch, möchte das Bezirksamt einfach an ihnen vorbei genehmigen.
Besonders brisant: Laut Beschlussentwurf soll die Vorlage der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nicht vorgelegt und nicht veröffentlicht werden. Auch ob Kita- und Schulplätze, Spielflächen und der Ausbau der Hiltrudstraße ausreichen, regelt laut Vorlage ein städtebaulicher Vertrag mit Laborgh vom September 2026, über den damit niemand öffentlich beraten kann. Und das wenige Wochen nach der Wahl vom 20. September, kurz bevor sich die neue BVV konstituiert und ein neues Bezirksamt wählt. Auf die Bitte, die Vorlage nicht zu beschließen, hat die CDU nicht geantwortet.
Hinzu kommt: Laborgh-Geschäftsführer Florian Lanz und der frühere CDU-Abgeordnete Christian Gräff sind laut öffentlich einsehbaren Unternehmensdaten geschäftlich verbunden. Die hastig beschlossene Vorlage seiner Kolleg/innen hat damit einen Beigeschmack. Zudem entsteht der Eindruck, dass die Situation im Übergangszeitraum zwischen neuer und alter BVV ausgenutzt wird.
Pascal Grothe (Bündnis 90/Die Grünen) betont: „Ich bin für neue Wohnungen in Biesdorf, und dass hier geförderte Wohnungen entstehen sollen, begrüße ich ausdrücklich. Aber wer über 300 Wohnungen mitten in eine Siedlung aus Einfamilienhäusern setzt, muss das offen tun – vor der Nachbarschaft und vor der BVV. Ein Bezirksamt, dessen Amtszeit nach der Wahl ausläuft, darf so eine Entscheidung nicht im Stillen treffen. Ich will wissen, was das Projekt für Verkehr, Kitas und Schulen in Biesdorf-Nord bedeutet, und ich will ein Quartier, das so wenig Boden wie möglich versiegelt und von der Nachbarschaft akzeptiert ist. Das klärt man in einem ordentlichen Verfahren, nicht mit einer Abkürzung.“
Björn Thielebein (Die Linke) ergänzt: „Wie brauchen auch in Biesdorf bezahlbare Mietwohnungen, bestenfalls in öffentlicher Hand. Es darf nicht sein, dass kurz vor Ende der Wahlperiode hinter verschlossenen Türen Tatsachen geschaffen werden. Die CDU tut mit ihrer Hinterzimmerpolitik nur dem Investor einen Gefallen, nicht aber den Mieterinnen und Mietern in dieser Stadt. Denn solche Projekte müssen im Einvernehmen mit und nicht gegen die Nachbarschaft entstehen. Wir haben eine Sondersitzung der BVV einberufen, um diesen Prozess zu stoppen. Die Anliegen der Menschen vor Ort müssen ernst genommen werden, statt sie durch administrative Tricks zu übergehen.“
Die Sondersitzung wird am kommenden Dienstag, den 20.10. öffentlich stattfinden.
Beide Fraktionen fordern: Die Vorlage muss zurückgezogen, der BVV vorgelegt und veröffentlicht werden. Das Bebauungsplanverfahren ist mit allen Einwendungen ordentlich abzuschließen – und die Entscheidung trifft das neu gewählte Bezirksamt mit der BVV.
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