Am Sonntag, dem 14. Mai fand mit zahlreichen Anwohnenden, Julian Schwarze (MdA) und Pascal Grothe ein Spaziergang entlang des Langhoff-Waldes bis zum Buckower Ring 54, 56 statt. Thema waren eine behutsame Stadtentwicklung und Wohnbebauung auf dafür geeigneten Flächen, ohne unsere wertvollen Grünflächen im Bezirk zu opfern. Der eingeladene neue Senator für Stadtentwicklung Christian Gaebler hat leider nicht teilgenommen. Daher wollen wir ihm den offenen Brief mit Unterschriften der Anwohner*innen zukommen lassen und Ihre Anliegen weitergeben.
Die Veranstaltung bot eine gute Gelegenheit für die Nachbarschaft sich einzubringen, die Bedeutung der Grünflächen für das städtische Leben hervorzuheben und auf die Herausforderungen in Bezug auf die Klimakrise aufmerksam zu machen. Gerade in den Hitzesommern benötigen wir kühle Orte in der Nachbarschaft. Wälder und Bäume in Zeiten der Klimakrise noch abzuholzen, wenn es auch andere geeignete Orte für Bebauung gibt, ist für die Bürger*innen nicht vermittelbar.
Pascal Grothe, der Initiator des Spaziergangs, betonte: “Die Bewahrung unserer natürlichen Ressourcen und der Schutz unserer Grünflächen sind von entscheidender Bedeutung für eine nachhaltige Zukunft. Es ist unsere Verantwortung, die Bäume und die biologische Vielfalt in unseren Städten zu schützen und zu bewahren.”
Julian Schwarze, stadtenwicklunspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus ergänzt:
“Gerade aus stadtentwicklungspolitischer Sicht müssen mögliche Vorhaben immer auch in größeren Zusammenhängen gedacht werden. Es darf nicht nur ein einzelnes Grundstück losgelöst von seiner Umgebung und Nachbarschaft betrachtet werden. Statt Grün- und Waldflächen zu bebauen, müssen bereits versiegelte Flächen in den Blick genommen werden. Davon profitieren die Nachbarschaft und der Umwelt- und Klimaschutz. Der Senat steht in der Pflicht, bei Planungen nicht den Bezirk und die Menschen vor Ort zu übergehen.”
Bündnis 90/Die Grünen setzen sich auch weiterhin mit Nachdruck dafür ein, dass der Erhalt und die Erweiterung von Grünflächen und Baumbeständen zu den obersten Prioritäten in unserer Stadt gehören. Die erfolgreiche Veranstaltung am Langhoff-Wald und am Buckower Ring ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg und ein klares Signal für die Bedeutung des Klima- und Artenschutzes in unserer Gesellschaft.
Im Rahmen der Veranstaltung wurden Fotos von den Bäumen und der Umgebung aufgenommen. Diese Bilder können zusammen mit dieser Pressemitteilung gerne verwendet werden.



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Hiltrudstraße: Bezirksamt will Großprojekt hinter verschlossenen Türen durchwinken
Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke kritisieren geheime „Wohnungsbau-Turbo“-Vorlage – wenige Wochen nach der Wahl und zugunsten eines Investors mit Verbindungen zur CDU
Ein neues Wohnquartier nebenan – und alle in der Nachbarschaft wissen vorher, wie es aussehen wird, ihre Einwände wurden geprüft, und die gewählten Bezirksverordneten haben mitentschieden. So sollte Stadtentwicklung in Marzahn-Hellersdorf laufen. An der Hiltrudstraße passiert gerade das Gegenteil.
Mit der Vorlage Nr. 1597/VI vom 7. Oktober 2026 will das CDU-geführte Bezirksamt dem Vorhaben des Projektentwicklers Laborgh auf der ehemaligen Kleingartenanlage zustimmen: 304 Wohnungen in elf Gebäuden mit vier bis fünf Geschossen und Tiefgarage. Erlaubt wären dort heute nur Einzel- und Doppelhäuser mit höchstens zwei Geschossen – das räumt die Vorlage selbst ein. Der Bebauungsplan, der das ändern soll, ist nicht fertig: Die zahlreichen Einwendungen aus der Nachbarschaft sind noch gar nicht ausgewertet. Mit dem sogenannten „Wohnungsbau-Turbo“, einer befristeten Sonderregel im Baugesetzbuch, möchte das Bezirksamt einfach an ihnen vorbei genehmigen.
Besonders brisant: Laut Beschlussentwurf soll die Vorlage der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nicht vorgelegt und nicht veröffentlicht werden. Auch ob Kita- und Schulplätze, Spielflächen und der Ausbau der Hiltrudstraße ausreichen, regelt laut Vorlage ein städtebaulicher Vertrag mit Laborgh vom September 2026, über den damit niemand öffentlich beraten kann. Und das wenige Wochen nach der Wahl vom 20. September, kurz bevor sich die neue BVV konstituiert und ein neues Bezirksamt wählt. Auf die Bitte, die Vorlage nicht zu beschließen, hat die CDU nicht geantwortet.
Hinzu kommt: Laborgh-Geschäftsführer Florian Lanz und der frühere CDU-Abgeordnete Christian Gräff sind laut öffentlich einsehbaren Unternehmensdaten geschäftlich verbunden. Die hastig beschlossene Vorlage seiner Kolleg/innen hat damit einen Beigeschmack. Zudem entsteht der Eindruck, dass die Situation im Übergangszeitraum zwischen neuer und alter BVV ausgenutzt wird.
Pascal Grothe (Bündnis 90/Die Grünen) betont: „Ich bin für neue Wohnungen in Biesdorf, und dass hier geförderte Wohnungen entstehen sollen, begrüße ich ausdrücklich. Aber wer über 300 Wohnungen mitten in eine Siedlung aus Einfamilienhäusern setzt, muss das offen tun – vor der Nachbarschaft und vor der BVV. Ein Bezirksamt, dessen Amtszeit nach der Wahl ausläuft, darf so eine Entscheidung nicht im Stillen treffen. Ich will wissen, was das Projekt für Verkehr, Kitas und Schulen in Biesdorf-Nord bedeutet, und ich will ein Quartier, das so wenig Boden wie möglich versiegelt und von der Nachbarschaft akzeptiert ist. Das klärt man in einem ordentlichen Verfahren, nicht mit einer Abkürzung.“
Björn Thielebein (Die Linke) ergänzt: „Wie brauchen auch in Biesdorf bezahlbare Mietwohnungen, bestenfalls in öffentlicher Hand. Es darf nicht sein, dass kurz vor Ende der Wahlperiode hinter verschlossenen Türen Tatsachen geschaffen werden. Die CDU tut mit ihrer Hinterzimmerpolitik nur dem Investor einen Gefallen, nicht aber den Mieterinnen und Mietern in dieser Stadt. Denn solche Projekte müssen im Einvernehmen mit und nicht gegen die Nachbarschaft entstehen. Wir haben eine Sondersitzung der BVV einberufen, um diesen Prozess zu stoppen. Die Anliegen der Menschen vor Ort müssen ernst genommen werden, statt sie durch administrative Tricks zu übergehen.“
Die Sondersitzung wird am kommenden Dienstag, den 20.10. öffentlich stattfinden.
Beide Fraktionen fordern: Die Vorlage muss zurückgezogen, der BVV vorgelegt und veröffentlicht werden. Das Bebauungsplanverfahren ist mit allen Einwendungen ordentlich abzuschließen – und die Entscheidung trifft das neu gewählte Bezirksamt mit der BVV.
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