Die Bündnisgrüne Verordnete und Vorsitzende des Schulausschuss Anne Thiel-Klein hat das Bezirksamt zu geplanten Schulbauprojekten und deren aktuellen Stand gefragt. Die Antworten sind hier zu finden:
1. Für welchen Zeitpunkt ist der Beginn der Bauarbeiten und die Fertigstellung für die neue Turnhalle des Otto-Nagel-Gymnasiums aktuell geplant?
Der Neubau der Sporthalle für das Otto-Nagel-Gymnasium ist als Typensporthalle geplant. Die Umsetzung erfolgt durch SenSBW in Amtshilfe für den Bezirk. Der Bezirk setzt derzeit die Baufeldfreimachung als bauvorbereitende Maßnahme um. Mit der Baufeldfreimachung ist im 3. Quartal 2022 nach derzeitigem Stand zu rechnen.
Trotz Nachfragen des Bezirkes ist derzeit noch kein Bauablaufplan für den Neubau der Sporthalle bekannt. Eine Anfrage zum Bauablauf in Bezug auf die vorliegende Kleine Anfrage wurde seitens SenSBW nicht beantwortet (siehe Vorbemerkung). Hilfsweise wird aus diesem Grund auf die Beantwortung der Schriftlichen Anfrage aus dem Abgeordnetenhaus Nr. 19/10350 vom 10. Dezember 2021 über „Neue Sporthalle für das Otto-Nagel-Gymnasium“ verwiesen. Darin heißt es: „Nach dem derzeitigen Planungsstand ist der Baubeginn für das 1. Quartal 2023 geplant.“ Anders lautende Aussagen liegen dem Bezirksamt nicht vor.
Ein bestätigter geplanter Fertigstellungstermin ist dem Bezirksamt noch nicht kenntlich gemacht worden. Grundsätzlich muss mit einer Bauzeit von mindestens 12 Monaten ausgegangen werden.
2. Wie ist die Zeitschiene für den Neubau der Grundschule in der Haltoner Straße aktuell geplant? Ist die Angabe auf der Internetseite der Schulbauoffensive mit einem Baustart im Juni 2026 und Bauende Dezember 2028 aktuell?
Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie (SenBJF), teilte auf Anfrage durch den Bezirk mit: „Für das Bauprogramm der Holz-Compartmentschulen werden derzeit die Typen-Erweiterten Vorplanungsunterlagen (Typen-EVU) erstellt. Die Genehmigung der Typen-EVU wird voraussichtlich zu Beginn des 2. Halbjahres erfolgen. Ein valider Baubeginn kann erst benannt werden, wenn der für die Bauausführung zuständige Generalunternehmer vertraglich gebunden ist und alle erforderlichen Standortuntersuchungen abgeschlossen sind. Unter Annahme eines idealtypischen Planungs-, Ausschreibungs- und Bauvorbereitungsablaufs könnte der Baustart im Jahr 2024 erfolgen, sodass die Grundschule mit Sporthalle im 1. Halbjahr 2025 an das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin übergeben werden könnte.“ Das Bezirksamt setzt sich für einen schnellstmöglichen Baubeginn ein. Dazu wird das Bezirksamt auch im sogenannten Monitoring-Verfahren mit SenBJF auf die Dringlichkeit des Schulneubaus am Standort Haltoner Straße nachdrücklich hinweisen.


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Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke kritisieren geheime „Wohnungsbau-Turbo“-Vorlage – wenige Wochen nach der Wahl und zugunsten eines Investors mit Verbindungen zur CDU
Ein neues Wohnquartier nebenan – und alle in der Nachbarschaft wissen vorher, wie es aussehen wird, ihre Einwände wurden geprüft, und die gewählten Bezirksverordneten haben mitentschieden. So sollte Stadtentwicklung in Marzahn-Hellersdorf laufen. An der Hiltrudstraße passiert gerade das Gegenteil.
Mit der Vorlage Nr. 1597/VI vom 7. Oktober 2026 will das CDU-geführte Bezirksamt dem Vorhaben des Projektentwicklers Laborgh auf der ehemaligen Kleingartenanlage zustimmen: 304 Wohnungen in elf Gebäuden mit vier bis fünf Geschossen und Tiefgarage. Erlaubt wären dort heute nur Einzel- und Doppelhäuser mit höchstens zwei Geschossen – das räumt die Vorlage selbst ein. Der Bebauungsplan, der das ändern soll, ist nicht fertig: Die zahlreichen Einwendungen aus der Nachbarschaft sind noch gar nicht ausgewertet. Mit dem sogenannten „Wohnungsbau-Turbo“, einer befristeten Sonderregel im Baugesetzbuch, möchte das Bezirksamt einfach an ihnen vorbei genehmigen.
Besonders brisant: Laut Beschlussentwurf soll die Vorlage der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) nicht vorgelegt und nicht veröffentlicht werden. Auch ob Kita- und Schulplätze, Spielflächen und der Ausbau der Hiltrudstraße ausreichen, regelt laut Vorlage ein städtebaulicher Vertrag mit Laborgh vom September 2026, über den damit niemand öffentlich beraten kann. Und das wenige Wochen nach der Wahl vom 20. September, kurz bevor sich die neue BVV konstituiert und ein neues Bezirksamt wählt. Auf die Bitte, die Vorlage nicht zu beschließen, hat die CDU nicht geantwortet.
Hinzu kommt: Laborgh-Geschäftsführer Florian Lanz und der frühere CDU-Abgeordnete Christian Gräff sind laut öffentlich einsehbaren Unternehmensdaten geschäftlich verbunden. Die hastig beschlossene Vorlage seiner Kolleg/innen hat damit einen Beigeschmack. Zudem entsteht der Eindruck, dass die Situation im Übergangszeitraum zwischen neuer und alter BVV ausgenutzt wird.
Pascal Grothe (Bündnis 90/Die Grünen) betont: „Ich bin für neue Wohnungen in Biesdorf, und dass hier geförderte Wohnungen entstehen sollen, begrüße ich ausdrücklich. Aber wer über 300 Wohnungen mitten in eine Siedlung aus Einfamilienhäusern setzt, muss das offen tun – vor der Nachbarschaft und vor der BVV. Ein Bezirksamt, dessen Amtszeit nach der Wahl ausläuft, darf so eine Entscheidung nicht im Stillen treffen. Ich will wissen, was das Projekt für Verkehr, Kitas und Schulen in Biesdorf-Nord bedeutet, und ich will ein Quartier, das so wenig Boden wie möglich versiegelt und von der Nachbarschaft akzeptiert ist. Das klärt man in einem ordentlichen Verfahren, nicht mit einer Abkürzung.“
Björn Thielebein (Die Linke) ergänzt: „Wie brauchen auch in Biesdorf bezahlbare Mietwohnungen, bestenfalls in öffentlicher Hand. Es darf nicht sein, dass kurz vor Ende der Wahlperiode hinter verschlossenen Türen Tatsachen geschaffen werden. Die CDU tut mit ihrer Hinterzimmerpolitik nur dem Investor einen Gefallen, nicht aber den Mieterinnen und Mietern in dieser Stadt. Denn solche Projekte müssen im Einvernehmen mit und nicht gegen die Nachbarschaft entstehen. Wir haben eine Sondersitzung der BVV einberufen, um diesen Prozess zu stoppen. Die Anliegen der Menschen vor Ort müssen ernst genommen werden, statt sie durch administrative Tricks zu übergehen.“
Die Sondersitzung wird am kommenden Dienstag, den 20.10. öffentlich stattfinden.
Beide Fraktionen fordern: Die Vorlage muss zurückgezogen, der BVV vorgelegt und veröffentlicht werden. Das Bebauungsplanverfahren ist mit allen Einwendungen ordentlich abzuschließen – und die Entscheidung trifft das neu gewählte Bezirksamt mit der BVV.
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